Adiós Costa Rica, Hallo Deutschland!

18April2014

So ihr lieben Interessierten,

 

nun bin ich seit fast drei Wochen wieder in Deutschland.

Ich will auch gar keinen langen Eintrag mehr schreiben, sondern nur kurz zusammenfassen, was es noch zu sagen gibt.

Der Abschied in meinem geliebten Matapalo von meiner noch geliebteren Familia war schrecklich.
Vivi und meine Mami haben mich zum Glück mit nach San José begleitet und mich zum Flughafen gebracht (DANKE! Ich wüsste nicht, wie ich das allein hätte schaffen sollen...).
Am schwersten fiel mir der Abschied von Mireya, ihr ging es genau so und so standen wir eine ganze Zeit lang uns umarmend und heulend am Flughafen, bis ich mich auf den Weg machen musste.

Meine Ankunft am nächsten Tag in Hamburg war total schön! Ich wurde von einem wunderbaren Empfangskomitee bestehend aus meiner lieben Familie und meinen tollen Freunden mit Schild, Blumen und Essen erwartet und in die Arme genommen! Danke, an alle, die da waren!

Tja und jetzt sitze ich hier, so langsam habe ich mich auch wieder ganz gut eingelebt (man gewöhnt sich schneller an alles, als man denkt) und bin sehr froh, wieder bei meiner Familie und vor allem auch bei meinen Freunden zu sein.
Trotzdem vermisse ich Costa Rica, meine Familia, meine Freunde dort, mein Bisi aus Torito, das Wetter, unser Haus, den Strand - einfach mein Leben dort drüben- jeden Tag.
Aber das gehört wohl einfach dazu.
Und das Gute ist, dass ich weiß, dass ich nun immer ein zweites Zuhause und eine zweite Familie am anderen Ende der Welt habe, deren Tür immer für mich offen steht. So hat es mir meine Familia gesagt.
Und deshalb werde ich auch sobald wie möglich wieder dorthin zurückkehren!

 

Zusammenfassend will ich sagen, dass ich eine unglaubliche Zeit erlebt, wunderbare Menschen kennengelernt und mich selbst sehr stark weiterentwickelt habe! Das ist genau das, was ich mir von meiner Reise erhofft habe, es ist sogar mehr!

Ich kann es nur jedem empfehlen, diesen Schritt zu wagen und für eine gewisse Zeit in einem anderen Land zu leben.

Dazu kann ich wunderbar Costa Rica (das Land ist genial!) und auch meine Organisation "firsthand" empfehlen, mit der ich sehr zufrieden war.
Ich habe fast nichts an firsthand zu bemängeln. Vor allem Angie unsere Betreuerin macht ihren Job wirklich gut. Und was vielleicht noch wichtig ist: ich bin so froh, mit einer so kleinen Organisation wie firsthand mitgefahren zu sein  und das würde ich auch jedem anderen empfehlen!
Wenn ihr mal vorbeischauen wollt, hier die Homepage: http://www.firsthand-costarica.com

Wenn ihr noch Fragen habt, könnt ihr euch gerne melden. Ich stehe sehr gern zur Verfügung :-)
 

letztes Schulfoto, mi tercer grado letztes Mal Feiern mit Vivi und Inami prima Susan :-) mein lieber Brudi!Abschied ...

Bis dahin - Pura Vida!
Eure Rini

Cuba, quiero bailar la Salsa!

16März2014

Díos mío,

wir haben es wirklich noch geschafft! Wir sind nach langem Hin und Her doch noch nach Cuba gereist - und es hat sich so gelohnt!

Ich habe mich wohl in ein weiteres Land verliebt!

Wir waren so gespannt, was uns wohl erwarten würde im "Kommunismus", ob die alten Cubaner seelenentspannt ihre Zigarre rauchen würden, ob es an jeder Straßenecke Salsamusik zu hören gebe und ob wirklich noch so viele Oldtimer und Straßenkreuzer auf den Straßen fahren.


La Habana

Die letzte Erwartung wurde auf jeden Fall gleich am Anfang bestätigt, als wir nach unserer langen Reise (Das Flugzeug musste auf halber Strecke zwischen El Salvador und Cuba aufgrund eines Generatorproblems umdrehen; so waren wir dann erst abends auf Cuba) endlich im Taxi in Richtung Habana vieja saßen. Soooo viele schöne Autos, ich konnte meinen Augen kaum trauen! 
Wir wurden dann gleich in unsere erste Bleibe gebracht: ein Hostel (Casa Buenavista), dass wir für 8,70€ im Internet reseviert hatten. Und zwar 8,70€ für das gesamte Dreierzimmer, also knapp 3€ pro Nase für diese eine Nacht :-D 
Wir erwarteten also schon das schlimmste Drecksloch, wurden dann aber mit einer entzückenden, bunten, sauberen Herberge überrascht, die dazu noch einen unglaublichen Blick über das alte Havanna hatte! 
Nachdem wir dann überglücklich noch was zu Essen fanden (spottbillig, aber mit Türsteher [der noch unbedingt mit Caro Salsa tanzen wollte] und leider gefühlten Minusgraden), sind wir todmüde ins Bett gefallen. 
Am nächsten Morgen gab es für 4 CUC (ca. 4$, also um und bei 3€) ein vielfältiges Frühstück mit Brot, Ei, Früchten, Kaffee und Fruchtsmoothie...und das über den Dächern von Havanna - wir waren im Himmel!

Dann ging es auf Stadtexkursion:

Mit vollen Bäuchen und viel zu kurzen Kleidern machten wir uns, wie wir es schon im  fernen Costa Rica gelernt hatten, ohne jeglichen Plan auf den Weg in die unendlichen Gassen des alten Havannas. Unser Ziel war es, uns noch zwei Tage der Schönheit dieser Stadt zu widmen und sie bis ins kleinste Detail ausfindig zu machen...

Nun denn, auf ins Getümmel!
Man muss ehrlich zugeben, dass die Unmengen an Menschen, der Verkehr und das ewige Gehupe uns fast umwarfen, doch wir fanden ganz zufällig einen wunderschönen alten Souvenir-Markt mit Dingen, so einzigartig, wie man sie nur auf solch einer Insel wie Kuba finden konnte. Wir drei vergaßen alles und gaben uns vollkommen dem sinnlosen Einkaufen hin (wobei das auf ganz Cuba nicht einmal tragisch ist, denn es ist einfach unbeschreiblich günstig!)
Wir schlenderten also ungefähr zwei Stunden zwischen gestickten Ledertaschen, selbstgeflochtenen Armbändern, handgemachten Schuhen und allerlei anderem umher...

Nachdem unsere Geldbörsen alle ein wenig leichter waren, liefen wir weiter bis ans Meer und genossen die starke Meeresbrise (mein Kleid war echt kurz, fiel mir [und wohl auch einigen Kubanern] bei dem Wind dann leider auf).
Da wir im Vorfeld ja nicht viel geplant hatten, dachten wir, wir könnten ganz entspannt im Internet nach neuen Bleiben für die nächsten Tage suchen. Falsch gedacht!
Vom vielen Wi-fi in Costa Rica total verwöhnt, mussten wir feststellen, dass Cuba in Sachen Internet noch nicht so weit ist (was im Endeffekt unglaublich geil war!).
Nach langem Suchen fanden wir uns schließlich im gefühlt einzigen Internetcafe der Stadt wieder, welches im größten und teuersten Hotel Havannas platziert war.
Mit unseren Rucksäckchen und verwuschelten Haaren stolzierten wir ganz ohne jeglichen Gedanken in die riesige von Marmor bestückte und mit Kronleuchtern behängte Eingangshalle. Und ja, wir waren Fehl am Platz, ließen uns jedoch keineswegs einschüchtern und fanden die "Internetlounge".  
Ein schönes und gleichzeitig billiges (okay, wir waren von den 8, 70€ noch ziemlich verwöhnt)  "casa particular" für die zwei weiteren Nächte in der großen, verfallenen Stadt, voller Geschichte einer noch nicht wirklich fernen Revolution fanden wir nicht und dann war die Internetzeit auch schon rum.
Wir beschlossen deshalb, einfach das Apartment zwei Stöcke weiter unten, an welches uns unsere Hausmama quasi weitergeleitet hat, zu bewohnen.

Um nun endlich mal ins berühmte "La Habana vieja" zu kommen, nahmen wir uns ein Taxi. Und zwar nicht irgendein Taxi, nein, ein wunderschöner, rot-weißer Straßenkreuzer mit roten Lederpolstern und knartschenden Türen.

Alte Autos in allen Farben, Kutschen, und kleine "Fahrradtaxis" rumpelten über das grobe Kopfsteinpflaster durch die alten Gassen Havannas, an Ruinen, wo einst prachtvolle Villen standen, vorbei. Es war umwerfend! Wir schlenderten ohne jegliche Orientierung hierlang und dorthin, wussten nicht, wo wir noch hinschauen sollten.
Die Eindrücke prallten nur so auf uns ein, wir waren vollkommen hingerissen von dieser Stadt, die so viel Geschichte in sich trägt. 

Wir besuchten auf Wunsch von Caro und Vivi noch das Kunstmuseum und ich muss ehrlich gestehen, es war wunderschön. Neben den beiden Kunstabiturientinnen, die in professionell klingende Gespräche über einige Bilder vertieft waren, fühlte ich (Kunst bis zur 10. Klasse bei Frau Grenzemann....sagt alles) mich recht ungebildet... Aber ich genoss es trotzdem, denn die Ruhe war reinste Entspannung im Vergleich zum Verkehr und den ewigen Anmachen wie "mi amor" oder "hello lady...beautiful" (Betonung: bjutiifuuul !) .

Am Abend zogen wir dann zwei Stöcke weiter unten in ein eigenes Apartment ein, und nach ein bisschen Handeln einigten wir uns auf 50$ für zwei Nächte für uns drei zusammen. Die Wohnung war nichts desto trotz auf eine seltsame Art und Weise unheimlich, und wir beschlossen zu dritt in einem winzigen Doppelbett zu schlafen anstatt, das andere Schlafzimmer mit einem weiteren Doppelbett zu benutzen. Die Nacht war recht kuschlig, ich lag in der Mitte und mit dem Kopf an den Füßen von Caro und Vivi und ich muss ehrlich zugeben, ich schlief genial!

Ein weiterer Tag und wir widmeten uns dem Süßen und der Geschichte Kubas...

Alles begann mit einem typischen Touribus, wobei wir oben saßen und nochmals alles im Überblick hatten.Wir zahlten einmal 5$ und konnten den gesamten Tag ein und wieder aussteigen, da der Bus seine Runden durch das Städtchen drehte. Wir stiegen im ältesten Teil Havannas aus, schlenderten durch Gassen, kauften auf einem riesigen Touri-Markt am Hafen kleine Mitbringsel ein, tranken Kokosmilch, kauften an Obstständen kubanische Früchte (wobei das Obst in Costa Rica um einiges besser ist!), plauderten mit echten kubanischen, schrillen Frauen und gönnten uns schließlich auf wirklich romantische Art und Weise mitten auf einem alten Platz in einem süßen kleinen Cafe Cappucino und Kuchen.
Um daraufhin ins "Museo de la Revolución" zu gelangen, beschlossen wir, mal ein Fahrradtaxi auszuprobieren. Das Teil ist eigentlich für zwei Mitfahrer gemacht, der Taxista meinte aber, drei gingen auch - selbst Schuld. Wir fuhren daraufhin zu dritt nach hinten gequetscht in wirklichem Schneckentempo (4 kmh maximal! Wir waren ein richtiges Straßenhindernis und uns wurde dies durch ständiges Hupen auch deutlich gezeigt...) und mit dem armen Kerl, der sich im ersten Gang abstrampelte und sich währenddessen nicht aufhörendes Mädchengegacker anhören musste, zum Museum. 

Der Museumsbesuch war sehr interessant, jedoch war das Museum an sich ziemlich langweilig gestaltet, sodass wir von Vitrine zu Vitrine spazierten ein paar Bilder anschauen konnten und jede Menge Text zu verarbeiten hatten (überwiegend auf Spanisch, und zwar auf sehr hohem Niveau). Nach zwei Stunden rauchten unsere Gehirne und wir verließen das riesge Gebäude, setzten uns in einen Art Park, welcher gegenüberlag, aßen Kekse und suchten im Reiseführer ein passendes Restaurant...

Die Pizza (3$ - Herr im Himmel!) war lecker, der Hunger war gestillt und wir rannten in der Abenddämmerung im strömenden Regen auf dem nassen Kopfsteinpflaster umher, auf der Suche nach einem Taxi. 

Unsere letzte Taxifahrt in Habanna war legendär! Ein altes Taxi und wir drei saßen hinten auf der Rückbank, der Fahrer schaltete das Radio ein und wir grölten den "Nationalhit", den wir schon einige und nicht wenige Male in Havanna gehört hatten, lautstark mit, während wir an den Nachtlichtern von La Habana vorbeirauschten: "...estar contigo, vivir contigo, bailar contigo, tener contigo una noche loca..."

 

Eine Sache aus La Habana fehlt noch...Eigentlich sollte man einen eigenen Abschnitt darüber schreiben, denn das was jetzt kommt ging wirklich an die Grenzen menschlicher Vorstellungskraft:

 Der Fahrstuhlfahrer!
Unser "casa particular" (Privatzimmer, welche in Cuba quasi die Hostels ersetzen) befand sich in einem alten und vom Verfall nicht verschonten Hochhaus mit einem ziemlich alten Fahrstuhl aus den wohl Fünfzigern. Es gab genau zwei Fahrstuhlfahrer - der eine war sehr alt und man konnte ihn kaum verstehen, wenn er einen Kommunikationsversuch ansteuerte. Der andere war, man kann es kaum in Worte fassen, einfach nur pervers! Seine Blicke, die vom Haaransatz detailliert bis runter zur Fußspitze gingen, ließen einen erröten und sein abartiges Grinsen machte die gesamte Situation in dem kleinen, engen Fahrstuhl unerträglich. Er jedoch schien die Nähe vollkommen zu genießen und rückte jedes Mal noch ein Stück näher an die armen, sich schon fast an die Fahrstuhlwand pressenden Mädchen, ran.
Wir flohen jedes Mal rennend aus dem Fahrstuhl und brachen vor Lachen und Ekel fast zusammen!

Blick über Havanna aus unserem Hostel Frühstücksraum meine herzis! <3 erstes Taxi Souvenirmarkt...die Qual der Wahl ein genialer Brownie für ein bisschen mehr als 2€...  Che und Fidel sah man auf unzähligen Wänden! Kuchenpause! Museo de la revolución   da musste ich doch gleich an Elli denken... :-)

 

 

Viñales

Am Morgen warteten wir eine halbe Ewigkeit auf den Bus nach Viñales. Als er dann doch noch beschloss, nach stolzen eineinhalb Stunden später aufzutauchen, hatten wir die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben überhaupt nach Viñales zu kommen.

Die vierstündige Busfahrt war recht erträglich dank Caros genialer Musik und den wechselnden Landschaften, die an uns vorbeistrichen, wenn man aus dem Fenster blickte... In Kuba war vor allem auf dem Land offensichtlich jegliche Modernisierung ausgeblieben, denn es fuhren (wenn überhaupt was vorbei fuhr) Bauern auf alten Ochsenkarren oder Pferdekutschen an uns vorbei. Und auf der übrigens dreispurigen Straße begegneten wir ungefähr fünfmal einem Auto, Oldtimer natürlich.

Wir kamen in Viñales an, einem kleinen Städtchen in einem hübschen Tal, mitten in der Natur gelegen, und wurden dort sogar schon mit Namensschild erwartet. 
Unser kleines "casa particular" war ein bisschen außerhalb gelegen, mintgrün und unbeschreiblich süß.
Nach einer kleinen, schon obligatorischen Stärkung in Form von Früchten (natürlich nur "lokal-national" da Cuba fast keine Früchte importiert, also viel mehr als fünf verschiedene Sorten gab es nicht) leihten wir uns drei Fahrräder und schleppten uns immer weiter auf den Berg hinauf zu einem kleinen Hotel, um uns im Pool ein bisschen abzukühlen und den atemberaubenden Blick ins Tal von Vinales zu genießen.
WIr zahlten 2 $ Eintritt statt 5 $ (manchmal kann es schon von Vorteil sein, jung, recht hübsch und, am wichtigsten, weiblich zu sein!).
Am Abend zelebrierten wir dann Vivis 19. Geburtstag mit einem leckeren Essen im Zentrum und anschließendem Feiern in einer Salsabar. Es hatte natürlich nicht lange gedauert, bis wir zum Tanzen aufgefordert wurden (der Grund: weiß und weiblich).
So tanzten wir mit dezentem Sonnenbrand und vermutlich ein paar Mojitos zu viel bis in die Nacht herein... unbeholfen (Dank dem deutschen Blute), jedoch nicht mit weniger Leidenschaft wirbelten wir im Salsa über die Tanzfläche.

 

 

Den darauffolgenden Tag hatten wir den Ausflug an den karibischen Strand Playa Jutías geplant und nach einer Stunde Fahrt standen wir drei völlig fassungslos auf einer alten Holzbrücke, welche uns den Weg ins wahre Paradies bereitete:
Weißer feiner Sand und türkisblaues Wasser raubten uns den Atem, denn der Strand war ein Traum... Wir liefen den Strand entlang bis wir fast keine Menschen mehr sahen und versuchten dann zu realisieren was gerade passierte...  
Es gab sie wirklich, die Karibik! Vorher kannte man immer nur die Bilder von Traumstränden, wo man sich dachte, da fährt man eh nie hin. Und jetzt befanden wir uns einfach genau an einem solchen und spürten den feinen Sand unter unseren Füßen.

Wir verweilten den gesamten Tag im Paradies und gönnten uns am Abend nochmals ein göttliches Mahl (Man muss auch wirklich zugeben, dass es einfach zu billig war, um es nicht zu tun!) mit Paella, Risotto und vielem mehr..

 

 

 

Trinidad

 

Am nächsten Morgen stiegen wir in der Früh in den Bus nach Trinidad ein.  

Trinidad ist ein kleines, hübsches Kolonialstädtchen, sprich es existieren Häuser in jeder Farbe, die man sich vorstellen kann.
Neben den hübschen Fassaden sieht man aber auch viel Dreck, Verfall und Armut, wovon auf Cuba wohl aber kein Ort (außer Varadero) verschont geblieben ist.

Nichts desto trotz war unser "casa particular" ein absoluter kleiner Traum und die Besitzer wie eine kleine Freundin für uns. Für zwei Tage zahlten wir wieder nur 50$ für uns drei und gönnten uns daraufhin ersteinmal einen kleinen Spaziergang durch die dreckigen Gassen Trinidads, um die schönen Gebäude voller Geschichte zu betrachten.
Wir liefen und liefen und verliefen uns. Plötzlich waren wir vollkommen verloren in den Tiefen des kleinen Kolonialstädtchens und da dies leider noch nicht alles war, fuhr aus dem Nichts plötzlich ein riesiger, hupender Lastwagen, der hinter sich giftig stinkenden Staub in den Gassen hinterließ. Und natürlich rannten wir wie verrückt, und natürlich holte er uns ein und vergaste uns mit deinem undefinierbaren Rauch... Wir starben nicht!

 Lebend und gut ausgeschlafen verbrachten wir den Tag darauf am nahegelegenen Playa Ancon, ein hübscher Strand, der Playa Jutías jedoch nicht toppen konnte.

  da kam der Gaswagen angefahren... wir retteten uns in eine Seitengasse... ach ja, die Kubaner und ihre Kusshände.. Playa Ancon

 

Varadero

Unser letztes Ziel: der bekannte Strandort Varadero.
Unser erster Gedanke: oh mein Gott, ist was Wasser türkis! 
Unser zweiter Gedanke: oh mein Gott, ist das touristisch hier!

Wie gesagt, das Meer war gigantisch, man konnte seinen Blick kaum noch von den verschiedenen,leuchtenden Blautönen des Wassers abwenden!
Nur haben sich dies die Kubaner ordentlich zu Nutzen gemacht und in Varadero eine ganz eigene Welt geschaffen, die fast nichts vom eigentlichen Kuba erahnen lässt.
Mit der Hoffnung, ein bisschen die Umgebung kennenzulernen, setzten wir uns in einen roten Dopppeldecker-Touribus und fuhren los. Leider wurden wir recht schnell enttäuscht, als wir nämlich alsbald merkten, dass dieser eigentlich nur die Riesenhotels auf der Landzunge abfährt und die Gäste direkt vor der Tür absetzt. Nach 10 Minuten hatten wir genug, nur leider war die 5 Sterne- Hotelreihe noch nicht zu Ende...noch lange nicht.
Nach einer geschlagenen Stunde (wenn nicht sogar 1 einhalb h) und unzähligen riesigen Gebäuden (mal mehr mal weniger schön) kamen wir wieder im Zentrum an, gingen anlässlich unseres letzten Abends (und der netten Preise wegen) nochmal fein essen um dann hundemüde ins Bett zu fallen.

  gefühlte Steppe.. Varadero


Den letzten Tag genossen wir bis zum abendlichen Abflug in unserem Lieblingsort, La Habana.
Die letzten Souvenirs wurden gekauft (Havana Club forever!!!) und dann hieß es auch schon wieder adiós Cuba.

 

Wie ich oben schon geschrieben hatte, war es eine geniale Reise!
Das Land ist wunderschön, es hat Traumstrände, ein schönes Innenland, interesannte Städte...
Und es ist durch den sich so langsam auflösenden Kommunismus einfach noch so anders als viele andere Länder.
Seit 2008 ist es den Kubanern z.B. erst erlaubt, Handys zu besitzen, seit Anfang 2013 dürfen sie ohne Ausreiseerlaubnis aus dem Land raus, und wie gesagt, Internet gab es nur selten vorhandenen Internetcafes...kein MC Donald's, keine Coca-Cola, keine bekannten Bekleidungsketten... es war schon schön, mal eine Woche aus dem Kapitalismus rauszukommen. Mal nicht immer erreichbar zu sein, mal nichts Amerikanisches in den Händen zu halten, einfach mal was ganz anderes zu erleben.

Cuba ist auf jeden Fall eine Reise wert!

 

Saludos,

eure Rini

Ach und übrigens ein großes Danke an Vivi, die sehr beim Schreiben dieses Artikels mitgewirkt hat und mir somit eine große Hilfe war, weil ich das hinsichtlich meiner nahen Abreise sonst gar nicht mehr geschafft hätte! <3

Die Arbeit am Pazifik neigt sich dem Ende entgegen...

15März2014

Buenos Días!

Heimatstrand

 

Wir sind wieder heil aus dem schönen Kuba zurück. Die Reise war der Hammer, aber darüber mehr im nächsten Blogbericht.
Jetzt erst mal zu den letzten Wochen...

 

Wahlen

Ein großes nationales Ereignis waren die Präsidentwahlen Anfang Februar.
Laura Chinchilla, die Präsidentin der letzten vier Jahre, sollte abgelöst werden. Zur Wahl standen neben den großen sozialdemokratischen/liberalen/konservativen Parteien auch ein "Newcomer" aus dem Linksbündnis. Da dieser Kandidat (José María Villalta sein Name) sich sehr für unsere Provinz Guanacaste und seine Fischer, Bauern und sonstige Arbeiter eingesetzt hat, war nicht nur meine Familie sondern das gesamte Dorf und ein Großteil der Provinz begeisterter Anhänger der "Frente Amplio".
Am Tag der Wahlen saß also mein Dorf als Vertretung der der linken Partei in Sámara und machte noch fleißig Werbung für ihren Favoriten. Mireya war so motiviert, dass sie mir auch gleich ein T-Shirt in der schönen Parteifarbe Gelb (jetzt wo ich braun bin, sieht das sogar fast schön an mir aus...) bestellt hat und mich als Werbemaskottchen zu den anderen gelben Menschen gesetzt hat.

Im Endeffekt hat Villalta 17% erzielt, dafür wurden aber neun Abgeordnete des Linksbündnisses in den Kongress gewählt, was das höchste Ergebnis in seiner Geschichte ist.
Zwei andere große Parteien, PAC (Partido Acción Ciudadana) und PLN (Partido Liberación Nacional), hatten beide über 30%; da aber keiner von beiden die zum Wahlsieg benötigten 40% erhielt, wird am 6. April zwischen den Kandidaten dieser beiden Parteien der zweite Wahlgang entschieden.

der Wahlraum befand sich in einer Schulegelbe Menschen Guanacaste!

 

Schule

Mitte Februar beschloss ich, meine Arbeit im Kindergarten nach ganzen 6 Monaten zu beenden, damit ich mich mehr der (nun schon) dritten Klasse widmen kann. Zugegebenermaßen war die ständig wechselnde Laune meiner lieben Maestra auch ein ausschlaggebender Grund dafür, nicht täglich 4 Stunden mit ihr in diesem kleinen Raum verbingen zu wollen. 
Nunja, ich bastelte also die letzten Valentinstagsherzen mit den Lütten, las ein letztes Mal vor, ließ mich von den kleinen blauen Kiddies ein letztes Mal umarmen und dann war der letzte Tag auch schon rum.
Obwohl die Maestra und ich nie richtig warm miteinander geworden sind und die Arbeit "en el kínder" manchmal schon sehr an den Nerven zerrte, habe ich mich jeden Tag auf die kleinen Niños y Niñas gefreut und viel Spaß mit ihnen gehabt - und ich muss sagen, sie fehlen mir schon ein bisschen.

die ganze Crew  


Nachdem ich also im Kindergarten fertig war, konnte die Umsetzung unseres Förderkurses ja so richtig losgehen...dachte ich jedenfalls. Wir hatten ganz viele tolle Ideen, waren voller Motivation und die erste Stunde war wunderbar vorbereitet.
Das Problem war dann leider, dass keine Kinder kamen. Inzwischen weiß ich, dass Absprachen nur funktionieren, wenn man sie ins Heft der Kinder schreibt - nur Gesagtes ist nach wenigen Minuten schon wieder vergessen...
So fiel also der erste Anlauf ins Wasser. Einen zweiten Anlauf gab es dann leider gar nicht mehr. Dafür gab es folgende Gründe:
Gleichzeitig mit dem geplanten Beginn unseres Förderkurses plante eine andere Freiwillige, Manuela, einen Schwimmkurs mit unserer Klasse, bei dem wir auch zum Mithelfen eingeplant waren.
An drei Tagen in der Woche haben die Kinder spät Schule, das heißt, sie haben morgens frei beziehungsweise Zeit für den Förderkurs/Schwimmkurs. Die Kurse hätten sich dann also zeitlich überschnitten. Hätten wir dementsprechend die zwei anderen Tage nehmen müssen.
Dann bekam ich die Information, dass es jetzt eine neue Förderlehrerin gebe (gut zu wissen), die zweimal pro Woche ihr Extraklasse macht, ein Tag davon war einer der dieser zwei verbleibenden.
Übrig geblieben wäre dann also noch ein Tag in der Woche, an welchem aber einmal die Schule ausfiel und an den darauffolgenden Tagen waren wir schon auf Kuba.
So ist aus unserem Projekt, auf das ich wirklich sehr gespannt gewesen bin, dann leider nichts mehr geworden.

Dafür haben wir aber den Schwimmkurs auf die Beine stellen können und durften zwei Wochen kostenlos in den Pool eines superteuren Strandhotels.
So sind wir jeden Morgen mit einer Gruppe von entweder Zweit- oder Drittklässlern zum Strand marschiert und haben Schwimmstunden erteilt.
Zum Ende hin konnten wirklich mehrere ohne jegliche Hilfe schwimmen, was uns natürlich mit ungeheurem Stolz erfüllt hat :-)

Manuela mit den Kiddies

Escuela! Vivi in der ein typisches Essen in der Schule: Reis, Linsen, Hühnchen und Salat

Der Unterricht lief, der Schwimmkurs lief und um das noch zu toppen machten wir Toritos mit Hilfe unserer Fußballbegeisterten Gastmütter und Vivis musikalischen Gastbrüdern einen "Sport- und Spieltag". Von morgens bis abends gab es Beschäftigung im Salón Comunal; es wurde ein Film gezeigt, Spiele gespielt, leckeres Essen verkauft (wir hatten den ganzen Tag vorher Sandwiches, Nudelsalate und Pfannkuchenteig vorbereitet) und natürlich auch Fußball, der Nationalsport, gespielt.

Reise nach Jerusalem Arepas alemanas - unser Klassiker Bachata!

 

La Vida

Seit Februar beginnt sich die Freiwilligenanzahl so langsam zu lichten, jedenfalls die Anzahl der "Oldies". Nach und nach verlassen uns nämlich die alten Hasen. So sind Karen, Carla, Clara (die Zungenbrechergruppe) und nun auch Hannah wieder im alten Alemania. Leon, unser Quotenmann, hat auch nur noch ein bisschen länger als ich.
Nur Vivi und Caro, meine beiden Uschis, bleiben noch ne Weile.
Noch bin ich die älteste Häsin, aber in einer Woche (!) heißt es für mich auch Abschiednehmen.
Nach 7 1/2 Monaten Leben in Costa Rica werde ich dann wieder nach Deutschland kommen - eine noch ganz ungewohnte Vorstellung, muss ich zugeben.
Ich freue mich unglaublich auf all meine Lieben!
Nur weiß ich noch nicht, wie ich den Abschied von meiner Familie, meinen Freunden und meinem Leben hier bewältigen soll...

Naja, nun genieße ich erst einmal meine letzte Woche und denke am besten nicht so viel darüber nach.

 

Hasta muy pronto!
Rini 

Playa Buenavista! mi amorcito :-) wir waren mal wieder reiten...Reitercrew :D

Auf geht's nach...KUBA!

03März2014

Amigos,

 

Ich habe mich lange nicht gemeldet, das tut mir Leid!
Wir hatten die letzten Wochen einfach so viel zu tun.
Ich bin jetzt wieder jeden Tag in der Schule und außerdem machen wir jetzt noch jeden Morgen einen Schwimmkurs mit den Kindern.
Dazu und zu all den anderen Sachen, die ich die letzten Wochen so gemacht habe, berichte ich ausführlich nach meiner nächsten Reise.

Es wird nämlich wieder Zeit, das Land zu verlassen und da wir einen günstigen Flug gefunden haben, geht es für uns drei (Vivi, Caro und ich) am Mittwoch nach KUBA :-)
Ich bin schon total gespannt, was uns in dem Land, welches vom Kommunismus, vom Che, von alten Straßenkreuzern und von Zigarrenrauch geprägt ist, erwartet.
Ich werde berichten!
Aber jetzt geht's erst mal weiter mit dem Packen.

 

Bis bald,

eure Rini <3

 

die ganze firsthand-Gruppe Buenavista!

 

Nicaragua, Weihnachten und Silvester

02Jan2014

Hola amigos,

es gibt viel zu erzählen! 

1) Nicaragua
Anfang Dezember war es mal wieder langsam an der Zeit, auszureisen. So fanden wir uns zu acht zusammen und starteten in ein neues Abenteuer.
Unser Onward-Bus-Ticket konnten wir über A Safe Passage glücklicherweise so umbuchen, dass wir nicht über San José mussten, sondern über Liberia nach Nicaragua fahren konnten.
Nach 13 Stunden Reise kamen wir endlich an unserem ersten Ziel an: Granada. Eine Stadt im Kolonialstil, (deshalb) schöne Gebäude, kunstvolle Pferdekutschen, laute Märkte, viel Stimmung, dreckige Straßen, bettelnde Kinder.
So ähnlich sah auch Massaya aus. Dort besuchten wir den Mercado viejo, auf dem man über allerlei Souvenirs handeln kann. Der Ausflug hat sich gelohnt, aber der Dreck war dort noch erschreckender.
Was sehr zu empfehlen ist, ist das "Chocomuseo", wo man ganz wunderbar frühstücken kann. Für 7$ gab es dort ein beeindruckendes All-you-can-eat-Buffett mit selbstgemachtem Müsli, ganz viel Obst, jede Art von Ei und Pfannkuchen auf Wunsch und noch allerlei andere Leckereien. Dort saßen wir drei Stunden und haben uns den Bauch so vollgeschlagen, dass wir noch ne Weile warten mussten, bis wir aufstehen konnten Lachend
Diese beiden Städte fand ich interessant, aber sehr anstrengend. Die Lautstärke, die vielen Menschen auf den Marktstraßen, der Dreck und der häufig-in-die-Nase-steigende-Uringeruch machten den Abschied nach zwei Nächten in Granada nicht all zu schwer. 
Granada Kathedrale von Granada mit zwei fröhlichen Reisenden! 

Da wir eine sehr große Gruppe waren und wir dadurch schnell unterschiedliche Ziele hatten, machten Vivi und ich am nächsten Tag zu zweit auf zur Laguna de Apoyo, einem Kratersee mitten in der schönen Natur - blaues, weiches Wasser, ganz viel Grün und eine erstaunliche Ruhe. Nach der Stadt war dieser entspannende Ort genau das Richtige für uns.
Wir blieben eine Nacht im Hostel Paradiso (sehr weiterzuempfehlen!) und lernten tolle und sehr interessante Leute kennen. Unsere Gruppe war ganz international: ein Brite, zwei französische Geschwister, eine Irin die in Australien lebt, ein Israeli und wir zwei.
Mit diesen lieben Leuten saßen wir bis spät in die Nacht zusammen und führten total interessante Gespräche.
Am nächsten morgen konnten wir den Sonnenaufgang direkt aus unserem Bett in dem offenen Dorm beobachten.

Der Blick vom Hostel auf die Laguna Sonnenaufgang in der Hängematte genießen

Da wir noch viel vor uns hatten ging es nach einer Nacht schon weiter auf die Vulkaninsel Ometepe, die im Nicaraguasee liegt.
Da hatten wir beide mit Abstand unsere lustigste Zeit. Vielleicht lag es am Klima, vielleicht an den Leuten, die wir kennengelernt haben; jedenfalls waren wir gute zwei Tage am Dauerlachen.
Die erste Nacht schliefen wir in Yogie's Hostel, die zweite im Landing Hotel (schöner als das erste), wobei wir beide Male aufgrund unseres (schon taktischen) Zögerns beim Hören des Preises ein Doppelzimmer für deutlich günstiger als normal bekommen haben Cool
Um die Insel zu erkunden, haben wir uns mal ordentlich was gegönnt: ein Quad für einen Tag! Damit sind wir dann über die Insel von Strand zu Strand gecruised und haben die Natur und die genialen Ausblicke auf die beiden Vulkane der Insel genossen.

Vulkan Concepción auf Ometepe Quadfahren!

Unser letztes Ziel war das Hafenstädtchen San Juan del Sur, ein ganz nettes Örtchen, was anscheinend bei jungen Leuten aus aller Welt schon sehr bekannt für gute Party ist.
Wir kamen für eine Nacht bei "Mama Sara" unter, schlenderten durch den Ort, entspannten am Strand und gingen lecker Essen.
Ein netter Abschluss für eine tolle Reise!
 

Ein kleines Problemchen sollte sich aber doch noch in unseren Weg stellen...
An unserem letzten Abend stellte Vivi geschockt fest, dass sie ihr Busticket, was ihre Ausreise aus Costa Rica in den nächsten 3 Monaten bescheinigt, verloren hatte. Da war die Panik groß, denn ohne so eine Ausreisebescheinigung konnten wir nicht wieder nach Costa Rica einreisen.
Wir mussten uns es also noch einmal zuschicken lassen und es ausdrucken, und das innerhalb kürzester Zeit. Nach einigen Stunden, nicht zu öffnenden Dokumenten, Telefonanrufen nach Costa Rica und hilfsbereiten Menschen hatten wir dann doch endlich das Ticket in der Hand und konnten uns auf den Weg nach Hause machen.

 

Um es zusammenzufassen war die Reise total spannend!
Wir haben ein neues Land kennengelernt, viel Armut und Dreck gesehen, einzigartige Natur erlebt, waren gestresst und entspannt und wir haben viele interessante und liebe Leute aus aller Welt getroffen. 
 


2) Schule ist aus!

Mitte Dezember fand das Schuljahresabschlussfest statt.
Schüler, Eltern, Lehrer und Freiwillige versammelten sich an diesem Abend im Salon des Dorfes und feierten die Entlassung der Kinder der Vorschule (die kommen nächstes Jahr in die erste Klasse) und der Schüler der sechsten und damit letzten Klasse an den escuelas (danach kommt das colegio).
Nachdem alle Entlassungs-Schüler sich ihr Zertifikat und Geschenke abgeholt hatten, wurden noch allen helfenden Händen der Escuela de Torito mit einem kleinen Geschenk gedankt, so auch uns beiden Freiwilligen.
Neben dem Singen der Costa-ricanischen Hymne und der von Guanacaste (unserer Provinz) gehört auch das Spielen der Trommler zum Ablauf jedes Schulfestes. Diesmal waren auch Lyras dabei, die sie hier in Costa Rica fast bei jedem Umzug spielen.

Ferien haben wir jetzt bis Anfang Februar. 
La Graduación La Banda - mit Lyra, Trommel und Gesang (fast) die ganze Lehrerschaft 

 

3) Navidad
Kurz vor Weihnachten haben wir es geschafft, ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, indem wir uns mit den Freiwilligen aus Garza zum Kekse-Backen getroffen haben. Es fehlte an einigen Zutaten, Waage&Messbecher und irgendwann haben wir angefangen, ganz ohne Rezept zu backen. Aber wir hatten unglaublich Spaß und unser Endergebnis war wirklich genial: nach 5 Stunden Backen hatten wir ganz viele verschiedene Kekse die allesamt extrem lecker geschmeckt haben!
Clara und Karen sind fleißig

Tja, über Weihnachten habe ich ja schon kurz geschrieben: Das sah hier wirklich ganz anders aus als ich es sonst gewohnt war: kein Familienfest, kein Tannenbaum, keine Geschenke, kein Kirchengang, Sonne, Meer... Ungewohnt war auch, dass ich zum ersten Mal an Weihnachten gegrillt habe. 
Vivi und ich haben trotzdem die Tage genossen und uns sehr an den zugeschickten Lebkuchen, Marzipanbroten und Weihnachtstees gefreut. 

 

4) Weihnachten wurde ihr also nicht groß gefeiert, dafür fingen am 27. Dezember aber "Los Toros"  in Samara an!
Das sind die traditionellen Stierfeste, wo sich in einer Arena Stier und Mensch (meist Mann natürlich) gegenseitig jagen. Zuerst wird der wildgemachte Bulle mit einem (lebensmüden) Kerl auf dem Rücken in die Arena gelassen. Letzterer hält sich dann solange er kann und wenn er endlich (ungemütlich) abgeworfen wurde, widmet sich das Tierchen den anderen Abenteuerlustigen in der Arena. Da kann nämlich jeder rein und mit dem Toro um die Wette rennen. Kommt dieser zu Nahe, retten sich die Männer auf die Barrera (die Absperrung, eine Holzbarriere), auf der wir auch immer drauf saßen, weil man da den besten Überblick hat.
Wenn mal jemand auf die Hörner genommen wird, sieht es immer schlimmer aus, als es ist. Bisher wurde nur einer ohnmächtig ins Krankenhaus gefahren, der Rest kommt mit blauen Flecken davon.  

Die Toros sind hier ein Höhepunkt des Jahres, es ist nämlich die absolute Partyzeit. Neben der Arena stehen einige Jahrmarkt-Attraktionen wie eine Schiffschaukel, Autoscooter und andere Karuselle. Am vollsten ist aber immer das Tanzzelt, wo die Ticos sehr leidenschaftlich ihr Tanzbein zu Salsa, Bachata, Merengue und Cumbia schwingen. Da wird man als Deutscher Möchtegerntänzer dann doch immer ganz neidisch...

Nachdem die Toros zu Ende sind, zieht die gesamte Horde weiter nach Samara Zentrum und feiert dort in den Bars weiter bis in die frühen (oder auch späten) Morgenstunden. So auch Vivi und ich. Bis auf einen Tag haben wir die gesamte Woche vollstens ausgenutzt!

das Foto hab ich aus dem Internet, damit ihr einen Eindruck habt, wie das aussieht

4) Feliz año nuevo!

Die Spitze des Höhepunkts stellte dann Silvester dar:
Tagsüber waren wir bei einer Babyparty von einer unserer Tanten, die bald ihr bébé erwartet. Das Fest wurde bei Vivis Familie veranstaltet und es war für viel Essen, lustige Spiele und Musik von Vivis Gastbrudi (der ist Hobby-DJ) gesorgt.

Abends ging es für uns Mädels dann weiter nach Samara.
Seit Weihnachten sind unglaublich viele Touristen hier, die sich tagsüber am Strand und Nachts in den Bars tummeln.
So versammelte sich natürlich gerade an Silvester eine riesige
 Anzahl (ist natürlich relativ) an Feierfreudigen am Strand, um ins Neue Jahr zu starten. 
Am ganzen Strand brannten Lagerfeuer und pünktlich um Mitternacht gab es ein riesiges, wunderschönes Feuerwerk! Danach stürzten wir uns freudig in die Feierei und tanzten bis zum Sonnenaufgang.
Um halb sieben waren wir endlich zu Hause und trafen gleich meine Eltern, die gerade aufgestanden waren. Ich wünschte ihnen einen guten Morgen, sie mir eine gute Nacht und dann gingen wir endlich schlafen.

 

5) Umzug
Da wir das Haupthaus über die Weihnachtszeit vermietet haben (wir brauchen Geld um den Bootmotor abzuzahlen), sind wir alle in das kleine Nebenhäuschen gezogen.
Ich hab mein Zimmer jetzt "arriba" (oben, erster Stock quasi :D) und fühl mich dort sehr wohl. Der einzige kleine Nachteil ist, dass es nachts dort ziemlich kalt werden kann, dafür aber tagsüber eine solche Hitze herrscht, dass man eigentlich gar nicht länger als 9 schlafen kann.
Im Moment wohnen wir hier zu acht bis zehnt, in 3 Zimmern. Da man sich tagsüber der Hitze wegen oben gar nicht aufhalten kann, sind alle immer unten in der Küche oder auf der Terasse. Privatsphäre und Rückzugsraum sind hier im Moment also Fremdwörter. Dazu kommen die Gäste, die äußerst (!) kommunikativ sind und das zu jeder Tageszeit. Bei Vivi im Haus siehts genauso aus, weshalb wir zwei uns in letzter Zeit oft (natürlich auch vor der Hitze) an den Strand flüchten.
Im Moment sind einfach Samara und auch unsere beiden Häuser wirklich überfüllt, das ist teilweise echt anstrengend, weil man nie seine Ruhe hat. Andererseits ist auch immer was los. Aber wir freuen uns schon sehr darauf, wenn alles wieder ein bisschen ruhiger wird und wieder seinen gewohnten Gang geht. 

mi cuarto nuevo

6) Verlängerung

Zum Abschluss habe ich noch ein paar Neuigkeiten:
ich habe ein bisschen verlängert. Ich werde statt Mitte Februar nun Ende März zurückkommen - am 28. März fliege ich los. 
Ich bin mit dieser Entscheidung absolut glücklich. Ich finde es sehr schade, dass ich euch alle dadurch erst anderthalb Monate später wiedersehe, aber so ist es einfach richtig, im Februar ist es noch nicht an der Zeit für mich zu gehen :-)

 

Frohes Neues Jahr euch allen, ich wünsche euch nur das Beste!

Grüße und Umarmungen,

eure Rini

 

Treffen aller Freiwilligen in Esterones Halli, die Tochter von Vivis Gastbruder - das goldigste Kind, was ich kenne! Halli's Taufe Feliz! Leche con banano *__*
 

Feliz Navidad a todos!

25Dez2013

Fröhliche Weihnachten, ihr Lieben!
Ich hoffe, euch geht es gut und ihr feiert alle ein schönes Fest!

Vivi und ich verbringen hier einen ganz entspannten Weihnachtstag, ganz nach dem Motto Pura Vida :-)

Die nächsten Tage schreibe ich auch nochmal einen ausführlichen Blogbericht über Nicaragua, die Schulabschlussfeier und so allerlei anderen Kram.

Mir geht es wunderbar!
Lasst es euch auch gut gehen! 

 

Besitos a todos :-*

Rini 

San José und andere Ausflüge

02Dez2013

Anfang Oktober sind meine Mutti und ich zusammen nach San José gefahren, um den Geburtstag von einer ihrer vielen Schwestern zu feiern und um die Familie zu besuchen. In Heredia (einem Vorort von San Jose) wohnt nämlich ein großer Teil der Familie und so haben wir an einem Wochenende 4 Häusern einen Besuch abgestattet.
Die Familie besteht, zumindest in Heredia, zum größten Teil aus Frauen, was am Geburtstagsabend zu einer sehr munteren Stimmung beigetragen hat. Diese wurde noch besser, als die Gastgeberin zu später Stunde den mexikanischen Tequila aus dem Alkoholschrank hervorholte. Mireya und ich, müde von der Reise, saßen dann mitten im dem Haufen von Ticas, die sich einen Tequila nach dem anderen reinkippten und nur am Gackern waren, weil Oma am laufenden Band Witze riss.
Am nächsten Tag haben wir mit der einen Nichte und ihrer Familie einen Ausflug zum Vulkan Poas gemacht. Das war echt schön, vor allem, weil es auf dem Weg nach oben reihenweise Straßenstände mit Erdbeeren gab - die wachsen dort in dem Klima besonders gut.Das einzige Problem war, dass ich vorher dachte, San Jose wäre vielleicht nur ein paar Grad kälter, da nehm ich trotzdem nur meine kurzen Hosen und Tops mit.
Sobald wir ankamen, habe ich nur gefroren! Und weil ich ja nun gar nichts langes außer meiner Strickjacke mithatte, wurden mir Hosen, Schuhe und Socken geliehen.
Dass es so kühl in der Landmitte ist, hätte ich wirklich nicht gedacht, vor allem, weil ich ja schon vorher mal auf Durchreise dort war und nie gefroren hab.
Trotzdem war es ein tolles Wochenende - die Familie ist so lieb und offen, sie haben mir gleich gesagt, ich kann sie jederzeit wieder besuchen!

Mireya und ich :-) mit der Familia am Vulkan Vulkan Poas überall Rini und die Mariachis :-D traditionelle Kleidung ganz viel typisches Tico-Essen!


Vivi und ich bekommen in letzter Zeit immer mehr zu spüren, wie wichtig es ist, auf die Tageszeit zu achten.
Wir waren neulich der Meinung, wir müssten mal eine kleine Fahrradtour unternehmen, um die anderen Nachbarstrände zu erkunden. Auf Rat eines Ticos setzten wir uns Playa Camaronal als Ziel.
Der Anfang der Tour war noch recht entspannt und wir waren motiviert wie nie. Doch nach und nach wurde der Weg beschwerlicher, wir mussten durch einen Fluss und der Schotterweg wurde immer hügeliger. Unsere Fahrräder haben übrigens keine Gänge und die Rücktrittbremse funktioniert auch nicht so, wie sie sollte (Aber immerhin: mein Rad ist rosa :-) ).
Der Weg wurde irgendwann dann so ungemütlich, dass wir die Berge hochschieben mussten und leider auch wieder runter, weil es einfach zu steil zum Fahren war. Schwitzend, hechelnd und nur mit einem halben Liter Wasser ausgerüstet, fingen wir langsam an, die Zielauswahl zu bereuen und hofften, immerhin mit einem Traumstrand entlohnt zu werden, falls wir mal ankommen sollten.
Wir haben es dann tatsächlich geschafft, aber der Strand war leider nicht so wie wir es uns vorgestellt hatten: dunkler Sand, kaltes Wasser, ziemlich verlassen und das Meer viel zu wild und gefährlich zum Baden...also robust statt lieblich. Dafür aber schön für Fotos.
Nach einer kleinen Pause wagte ich dann den Blick auf die Uhr - es war schon 4. Wir hatten also noch 1einhalb Stunden bis es dunkel werden würde. Und das ist hier echt ein großes Problem, weil es hier so gut wie keine Straßenbeleuchtung gibt und es dementsprechend einfach stockdunkel ist, wenn man keine Taschenlampe dabeihat. Also haben wir uns sofort wieder auf den Rückweg gemacht, sind ohne Pause nach Hause gerast und haben es dann auf die Minute genau geschafft, zu Hause zu sein, bevor es ganz dunkel wurde. 
Hier ein paar Bilder von unserer 30 km Tour:

Der entspannte Anfang Wir überqueren den Fluss... Playa Camaronal Ein Brüllaffe, davon gibt es hier ganz viele! die Belohnung: ein fantastischer Sonnenuntergang

Da wir anscheinend noch nicht genug von dem letzten Trip hatten, haben wir zwei uns ein paar Tage später auf den Weg nach Esterones gemacht, um die anderen Freiwilligen zu besuchen.
Inzwischen ist Esterones endlich mit dem Fahrrad zu erreichen, weil jetzt im Sommer der Fluss flach genug ist, um durchzulaufen.
Der Hinweg war gut zu meistern und wir haben einen schönen Tag mit den anderen verbracht. Nur als ich dann im Restaurant später mal wieder auf die Uhr schaute, kam das böse Erwachen: es war schon Viertel nach 5!!!
Da es hier keine richtige Dämmerung gibt, merkt man leider nicht, ob es vier, halb fünf oder fünf ist. Die Panik war dann groß und wir sind mal wieder losgerast, mussten aber schnell feststellen, dass wir den Waldweg im stockdunkel nicht weiterfahren konnten und durch den Fluss, in dem wohl an tieferen Stellen Krokodile wohnen, wollten wir auch nicht mehr durchqueren.
Zum Glück haben wir einen Pick-up getroffen, der uns mit nach Samara nehmen konnte, von wo uns dann Edgar abgeholt hat.
So langsam haben wir jetzt unsere Lektion gelernt und in Zukunft werden wir da deutlich besser aufpassen. Man kann sonst nämlich wirklich aufgeschmissen sein.


Am 29.11. war hier "viernes negro" (schwarzer Freitag). Das ist ein Tag im Jahr, an dem ganz viele Waren reduziert angeboten werden und der soweit ich weiß, nur in Amerika (Nord-, Mittel- und Süd) existiert. Sowie fast das ganze Land sind wir dann auch in die Stadt gefahren und haben uns unter anderem mit Matratzen und einer neuen Waschmaschine (das sind hier aber ganz einfache, ohne Trommel) eingedeckt.


Ich habe ein neues traditionelles Tico-Essen kennengelernt: die Tamales. Das ist eine Maismasse mit Reis, Fleisch und Gemüse, eingewickelt in Blätter der Bananenpflanze. Als sich neulich ein paar Dorfbewohner getroffen haben, um Tamales zuzubereiten, haben mich meine Gasteltern dorthin mitgenommen. Das war total spannend, das zu sehen, und nach kurzer Zeit durfte ich auch mithelfen. Wir haben natürlich danach welche mit nach Hause genommen - die haben total lecker geschmeckt! 
die Maismasse wird zubereitet... ...dann wird alles zusammen in den Blättern eingewickelt... ...und die fertigen Tamales-Päckchen werden gekocht. Fertig!

Und noch was: Ich hab zum ersten Mal in meinem Leben Schnitzel gemacht! Neulich hab ich hier zu Hause für zehn Leute gekocht - schön deutsch, Schnitzel mit selbstgemachten Pommes und Salat.
Dafür, dass ich vorher noch nie Fleisch zubereitet habe, hat es echt gut geschmeckt und alle haben sich total gefreut und ganz lieb für "la comida rica" bedankt :-)



In der Schule sind jetzt schon so gut wie Ferien. Am 12.12. ist Schuljahresabschlussfeier und dann haben die Kinder bis Anfang Februar frei. Wir werden in der Zeit als Ferienprojekt die Schule mit ein paar Wandbildern schmücken.
Im Kindergarten habe ich jetzt mit den Kleinen ein Memory gebastelt und man glaubt es kaum, aber die kennen dieses Spiel nicht! Beim ersten Mal Spielen war es auch noch etwas schwierig, weil die eine keine Karten aufdecken wollte, die andere jedes Mal die gleiche Karte aufgedeckt hat und die Dritte allen vorgesagt hat :-D
Aber sie werden es noch lernen. Das Spiel ist nämlich wunderbar für die Geduld, die Konzentration und das Regeln-Lernen - Sachen, an denen es hier vielen Kindern fehlt.


Die nächste Ausreise steht an: Am Dienstag fahren wir mit anderen Firsthand-Freiwilligen zusammen nach Nicaragua und bleiben dort für etwa eine Woche. Ich bin schon ganz gespannt!

 

Die liebsten Grüße nach Deutschland, fühlt euch umarmt,

Rini :-*

mein Halbbruder mit einem ordentlichen Fang! La Familia <3

Heute hier, morgen dort

09Nov2013

So, diesmal gibt's ein paar mehr Fotos; ich hab so viel, was ich zeigen will.

Letzten Donnerstag sind die Pakete angekommen! ich habe mich so unendlich gefreut, danke nochmal! Jetzt bin ich auch wieder mit Schokolade und Gummibärchen (!) versorgt (Gummibärchen sind hier für mich lebenswichtig!) und ich durfte einfach die tollsten Geschenke auspacken - ihr seid die Besten!
 

Am Samstag war in Sámara eine dicke Halloween-Party, zu welcher anscheinend die ganze Umgebung gekommen ist, weil alle Strand-Diskos einfach rappelvoll waren.
Ich hatte anfangs eigentlich kein großartiges Kostüm, nur rosa Teufelshörner mit Puscheln. Meine Mami war aber ganz motiviert, mehr aus mir zu machen und hat mir dann einen Rock genäht (sie ist ja Schneiderin) und ist mit rosa Krepppapier kreativ gewesen.
Außerdem war an dem Abend ein Freund der Familie da, der für wenig Geld schminkt und so sah ich dann zum Glück doch noch etwas gefährlich aus (eine Mischung aus Vampir, Teufel und rosa Engel :-D ).
Weil die drei auch unbedingt mitwollten, sind Vivi und ich zusammen mit unseren 14jährigen Cousinen nach Sámara gefahren, was eigentlich sehr lustig war. Nur mussten wir sehr auf sie aufpassen, da unsere "Bebés" eine Männerbekanntschaft nach der anderen gemacht haben.

Vivi und ich mit den gefährlich! :-D


Hier hat fast niemand einen Backofen, was ich sehr schade finde, da ich ja unglaublich gerne backe. Deshalb habe ich ganz ausführlich im Internet gesucht, bis ich einige Rezepte für Kuchen und Kekse ohne Backen gefunden habe. Da habe ich mir dann eins rausgesucht, was nicht viele Zutaten hat, und von dem ich glaubte, diese auch alle zu finden. Dem war dann leider nicht so, weshalb der "Snickers-Kuchen" dann in einer sehr abgewandelten Form produziert wurde. Aber ich hatte Glück, er schmeckt trotzdem hammergeil! Auch wenn er sehr süß ist...

sieht ganz abenteuerlich aus... ..aber voll lecker!

Arbeit:
Ich hatte ja gehofft, dass die Arbeit mit der Maestra jetzt besser wird. Aber irgendwie kann sie nicht über ihren Schatten springen und freundlich zu uns sein.
Wenn wir mal eine Bastelarbeit für die Kinder vorbereiten gib es nie mal ein Kompliment wie "tolle Idee" oder "sieht ja schön aus", sondern nur Kommentare wie "na hoffentlich ist der Kleber wasserlöslich" oder "aber putzt danach auch ordentlich den Tisch ab".
Und jetzt nach drei Monaten lässt meine Lust am Kindergarten langsam nach. Von ihr kommt leider nichts, sie zeigt nicht mal wirklich Respekt, obwohl ich nun schon seit fast drei Monaten bei ihr bin.
Gestern kam noch so ein Satz, der mir bestätigt hat, dass ich vielleicht wirklich einfach nur noch in die zweite Klasse gehen sollte: Anstatt mich einfach direkt zu fragen, ob ich nicht etwas für sie erledigen könnte (eine Benachrichtigung in die Hefte der Kinder schreiben), leitet sie ihre Frage mit einem süßlichen "Ya sabe escribir, Katharina?" ("Kannst du schon schreiben, Katharina?") ein.
Also, wie schon gesagt, lange mache ich das wohl nicht mehr, obwohl es sehr schade um die lieben Kinder ist, manche sind da echt zum Knutschen! 

 

Neulich mit Vivi in Carillo (Nachbarstrand):

frische Pipa schlürfen! Carillo Pura Vida!

Leider hab ich in letzter Zeit öfter ein paar Mitbewohner (vor allem in der Kleidung) gehabt: die guten Kakerlaken. Die sind wirklich viel ekliger, als ich immer gedacht habe!
Und die rennen so schnell, dass man sie kaum erwischt mit dem Schuh.
Diese haben wir nach 15 Minuten dann doch noch gekriegt. Sie war übrigens mit Fühlern um die 8 cm lang....Yummy!

Cucaracha!

Gestern habe ich mit meinen Eltern einen Ausflug gemacht (den ersten mit meiner Familie!) und zwar waren wir am Playa de Coco und haben danach noch Mireyas Bruder und seine Familie in Santa Cruz besucht.
Playa de Coco ist auch ganz nett. Aber mir gefällt Playa Sámara irgendwie tausendmal besser. Das ist für mich sowieso der schönste Ort in Costa Rica - mein zweites Zuhause.
Bei dem Bruder war es auch sehr schön. Wir haben erst einmal Mittagessen auf den Schoß bekommen (Reis, Bohnen, Huhn und Tortilla - supertypisch und superlecker!), geschnackt und Mireya und ich haben noch ihre Lieblingsserie geschaut. 
Am schönsten an dem ganzen Ausflug war aber die Autofahrt: da hier ja noch Regenzeit ist, ist einfach alles grün und lebendig! Die Landschaft, wenn man weiter ins Land reinfährt, finde ich wunderschön: saftige Reisfelder, große grüne Berge, kleine bunte Hütten, Palmen, Kühe, Menschen, die an der Straße frische Früchte verkaufen.

Playa de Coco Familia! eine andere schöne Bucht Reisfelder

 

Heute fahren Mireya und ich nach San José zu ihrer (oder mehreren) Schwester(n) und kommen am Montag wieder. 

 

so jetzt kommen noch ein paar Fotos, die ganz gut zeigen, was hier so abgeht :-) :
das erste Mal ein Krokodil gesehen, das hier im Fluss wohnt - die Teile sind riesig! :O Nach dem Joggen mit Mireya :-) Día de los muertos. So sehen hier die Friedhöfe aus. Treffen mit den anderen Freiwilligen aus Esterones und Garza Vivi und Finni beim Sprachunterricht mit Victor Partyvorbereitung! Das Auto ist kaputt... 

Hier ein paar Bilder aus unserem Garten:
Chilis eigener Koriander und Oregano Papaya-Baum  

 

So, ich muss jetzt los. Der Bus nach San Jose kommt gleich.

Alles Liebe für euch,

Rini <3 

Geburtstag!

30Okt2013

Hola ihr lieben Leute!

 

Vielen, vielen Dank für eure Glückwünsche und die lieben Worte!
Ich habe mich so sehr darüber gefreut!
Ich hab schon oft gedacht, "ich schreib doch viel zu viel" und "ist das überhaupt interessant genug?". Aber durch eure tollen Kommentare gebt ihr mir sehr viel Motivation so weiterzumachen! Das freut mich wirklich sehr, dass ihr meinen Blog so regelmäßig und interessiert verfolgt! 

 

So, nun zu meinem Tag vorgestern:
Ich muss sagen, der Morgen war nicht ganz so schön. Weil nur meine Gasteltern zuhause und dann auch noch beschäftigt waren, habe ich mich etwas alleine gefühlt und mein Zuhause und euch alle ziemlich doll vermisst. Dass ich mich dann an den PC gesetzt habe und mir die vielen lieben Nachrichten durchgelesen habe, hat es nicht besser gemacht. Gegen die Tränchen, die dann kamen, konnte ich nichts mehr machen.
Aber zum Glück kamen im Laufe des Vormittags Finni und Vivi vorbei, die sogar eine Überrraschung dabei hatten: eine fette Torte, sogar mit Beschriftung!
Da ging's mir doch gleich schon besser! Lächelnd
(Liebe Mama, du bist jetzt bestimmt todtraurig, dass du nichts von der genialen Schokotorte mit Sahnecreme abbekommen hast Zwinkernd)

Den Tag habe ich dann überwiegend bei Skype verbracht, womit ich wenigstens einige meiner Liebsten fast bei mir hatte. 
Als dann noch meine Gastbrüder vom fischen kamen und mich ganz lieb geherzt haben, war ich mir dann doch ganz sicher, dass es noch ein schöner Abend werden würde.
Wir haben dann nämlich noch mit der ganzen Familie (oder besser gesagt einem winzigen Teil der Riesenfamilie) und natürlich auch Vivi und Finni gegrillt und zusammengesessen.
Sie haben sogar für mich gesungen Lachend 
Es war also noch ein wirklich schöner Familienabend und ich konnte abends glücklich einschlafen.

Generell feiern die Ticos Geburtstage ganz anders als wir, oder zumindest als ich das gewohnt bin. Sie feiern nämlich fast gar nicht :-D
Hier ist wohl nur der 15te und der 18te was Besonderes, der Rest wird wenn überhaupt nur klein gefeiert. 
Geschenke gab es von meiner Familie nicht (also es gab eben das Essen abends, mit Fleisch und Yuca) und gratuliert haben mir nur meine Mutti, meine Brüder, meine Cousine und der Gastbruder von Vivi.
Es war schon etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem weil der 20ste bei uns ja schon ein besonderer Geburtstag ist. Immerhin konnte ich dann doch etwas auspacken - Jannis hatte mir nämlich ein kleines Paket geschickt Lächelnd
Das soll sich jetzt auch nicht verwöhnt anhören, mir hat eben nur ein bisschen das Herzliche, was ich von Zuhause kenne, gefehlt.
Aber ich bin ja kulturell anpassungsfähig :D 
Und ich hatte ja wie gesagt einen tollen Abend!

Der Grill :D Alle am Futtern! ganz stolz mit der Hammer-Torte... ...und dann dank Edgar die Torte im Gesicht! Familienfoto 
auf dem Familienbild seht ihr folgende Leute (von links nach rechts):
vorne: Edgar, Cousin Freddi, Edgars Sohn Alex, Mireya, Edgars Tochter Sharlyn, die weiße Tochter
hinten: Filander, Cousine Yolisa, Halbbruder Jonathan, Cousine Susan und Milandes

 

Im Moment bin ich leider etwas am kränkeln. Eine starke Erkältung mit ordentlich Husten und Gliederschmerzen hält mich zuhause fest, weshalb ich gestern und heute auch nicht in der Schule war. Aber ich trinke den ganzen Tag Tee und bin wohl hoffentlich am Wochenende fit, um auf die große Halloweenparty in Samara zu gehen.

 

Gestern hatten wir mal wieder den allwöchentlichen Stromausfall, diesmal schön zur Abendstunde. Gestern war er aber wirklich einfach nur schön: man hatte dann nämlich aus dem Fenster freien Blick auf den wunderschönen Sternenhimmel und auf die vielen Glühwürmchen, die hier rumfliegen. Dann sitzt man da bei Kerzenschein, lauscht dem Meeresrauschen und ist einfach feliz :-)

 

Liebste Grüße und nochmal Danke, dass ihr an mich gedacht habt :-*
Und ich hoffe, ihr habt auch mal wieder einen Stromausfall, jedenfalls kurz - ist echt schön und gut zum runterkommen ;-)

Eure Rini

 

 

Von Bootstouren, Pferden und Krüppeln

28Okt2013

Playa Carillo, unser Nachbarstrand

Die Zeit läuft nur so dahin. Jetzt bin ich schon fast 2einhalb Monate hier, also ist schon mehr als ein Drittel meiner Zeit hier um. Und ich erlebe am Laufenden Band Neues!

Inzwischen sind wir in Torito zu dritt - seit zwei Wochen ist nämlich auch die liebe Finni aus Flensburg bei uns. Wir drei unternehmen jetzt also viel zusammen. So waren wir zum Beispiel neulich auch mit meinen Jungs tauchen. Also wir sind mit dem Boot rausgefahren, die Männer haben nach Fischen, Muscheln und Langusten getaucht und wir haben gebadet und im Boot gechillt. 
Mein letzter Boottrip war ja nicht ganz so schön, aber ich war diesmal ganz optmistisch, dass ich es ja im Wasser gut aushalten würde, ohne Übelkeit. 
Während Finni und Vivi im Boot bester Laune und fleißig am frische-Austern-futtern waren, musste ich leider feststellen, dass ich wohl sehr anfällig für Seekrankheit bin. Nichtmal im Wasser wurde es besser, mir war einfach wieder nur übel. Kurz darauf habe ich zum ersten Mal erlebt, wie es ist, sich im Wasser während des Schwimmens zu übergeben - ist nicht so schön.
Nachdem ich es dann doch noch ins Boot geschafft habe, habe ich den Rest der Zeit nur noch gelitten und ordentlich "die Fische gefüttert".
Zum Glück haben uns die Jungs nach 2einhalb Stunden wieder zurück gebracht und sind dann wieder rausgefahren um weiter zu tauchen.
An sich ist das eigentlich total spannend, was die machen: die gehen einfach mit Schwimmflossen, Brille, Schnorchel, Messer und Harpune tauchen....und das wohl bis zu 20m tief, ohne Sauerstoff!
Meine Familia sieht das übrigens ganz locker und meint, das ist ganz normal, ich muss am besten immer wieder raus um mich daran zu gewöhnen. Schauen wir mal... 

Filander mit der ganzen Ausrüstung Edgar Filander und Vivi essen frische Austern...die, die da so tot im Hintergrund liegt, bin ich :D

Ich hab nun endlich mal für meine Familie gekocht. Es gab (ganz simpel) Spaghetti mit einer leckeren Tomaten-Würstchen-Gemüse-Soße, wobei die liebe Vivi mir fleißig geholfen hat. Und alle ohne Ausnahme haben gesagt, es war sehr lecker :-)

unsere leckeren Nudeln

 

Zur Arbeit: 
Wir haben unseren Stundenplan ein bisschen geändert.
Da wir nun ja zusätzlich Sachen für den Kindergarten zuhause vorbereiten und demnächst auch nachmittags die Fördergruppe machen wollen, wurde es einfach zuviel, jeden Tag in den Kindergarten UND die zweite Klasse zu gehen.
Deswegen haben wir mit den Lehrern geredet und gehen nun Montag - Mittwoch in die zweite Klasse und Donnerstag+Freitag in den Kindergarten.
Unsere Fördergruppe wollen wir dann realisieren, wenn Vivi mit ihrem Sprachkurs fertig ist.

 

 Liebe Susanne und vor allem liebe Alena, euch wird mein folgendes Erlebnis wohl sehr interessieren: ich war Reiten!
So richtig schön - 2einhalb Stunden Ausritt am Strand und übers Land. Am Anfang hatte ich schon ein bisschen Angst, vor allem weil mein letzter Ritt 4 Jahre zurück lag und ich damals auf dem gefühlt wildesten Pferd saß, was am Strand einfach mal meinte, ein bisschen abgehen zu müssen und mich in Todesangst zu versetzen. 
Aber als ich dann auf "María" saß, hab ich mich recht sicher gefühlt. 
Hier reiten sie übrigens im Western Style, also mit Westernsattel und einhändig. 
Wir (Vivi, unser "Führer" [ein vielleicht 11-jähriger Junge] und ich) sind dann also losgeritten und erst zu einem wunderschönen Aussichtspunkt, danach zu unserem Nachbarstrand (wo wir einen fantastischen Sonnenuntergang sehen durften) und anschließend wieder nach Hause geritten.
Und es war einfach sooo toll! Meine Angst war ganz vergessen und am Ende war ich die, die die ganze Zeit galoppieren wollte :-D 
Das einzig Doofe war nur, dass ich danach einfach mal den heftigsten Muskelkater meines Lebens hatte - am Anfang konnte ich gar nicht sitzen (und Leute, ich hab ein Männerfahrrad mit einem dieser netten langen, dünnen, harten Sättel...) und ich gehe immer noch eher in Slow Motion und wie mit 90 Jahren.
Wir wollen aber trotzdem sobald wie möglich wieder reiten gehen! Das geht aber erst, wenn meine Wunden, die ich mir vom Reiben am Steigbügel zugezogen hab, verheilt sind.
unser knuffiger Führer :-) unsere Hammer-Aussicht! die liebe María :-) :-/

Sowieso bin ich gerade ein bisschen Krüppel, weil ich dazu auch noch nen fetten Husten habe, der mich nachts um den Schlaf bringt und mich übelst nervt.

Trotzdem geht es mir aber gut. Ich merke auch allmählich den Fortschritt in der Sprache, den ich schon gemacht habe. Ich verstehe mehr, rede schneller und die Gespräche laufen einfach schon viel flüssiger.

 

Tja, und morgen hab ich Geburtstag. Dann werde ich schon ganze 20 Jahre alt (Betonung auf "alt"). Ohje, das hört sich so erwachsen an :-D
Bei euch hab ich ja sogar schon Geburtstag, aber hier ist ja noch der 27ste und somit bin ich noch 19. 
Das wird ganz anders werden morgen, so ohne meine Familie, meine Freunde und meinen Freund. Ich werde euch ganz schön krass vermissen!
Aber dafür darf ich einen Geburtstag in Costa Rica erleben, das ist auch echt nicht schlecht :-)

 

1000 Küsse an euch,

eure Rini <3

  meine Gasteltern - total pura vida! Bohnensuppe mit Reis, Ei und Yuca - voll lecker!

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